Was bedeutet Pflegestufe 0?

Auch bei Pflegestufe 0 Pflegesachleistungen und Pflegegeld in Anspruch nehmen

Pflegestufe 0

Vielleicht haben Sie sich schon einmal gefragt, was die Pflegestufe 0 eigentlich bedeutet. Denn als Pflegestufe werden allgemein nur die Stufen I bis III bezeichnet. Die Pflegestufe 0 bezieht sich auf die sogenannte eingeschränkte Alltagskompetenz. Diese kommt immer dann zu tragen, wenn die persönliche Selbstständigkeit durch Erkrankungen, wie beispielsweise der Demenzerkrankung, nicht mehr gewährleistet ist.

Was bedeutet die eingeschränkte Alltagskompetenz im Detail?

Schätzungen und Studien zufolge steigt das Risiko tendenziell mit zunehmenden Alter, die persönliche Selbstständigkeit zu verlieren. Pflegegeld und Pflegesachleistungen können durch die Pflegestufe 0 in Anspruch genommen werden, und zwar immer dann, wenn solch eine eingeschränkte Alltagskompetenz besteht. Je nach festgestelltem Betreuungsbedarf und vorliegender Pflegestufe gibt es derzeit monatlich unterschiedliche Leistungen für die Erstattung der Kosten für die Betreuung und häusliche Pflegehilfe. Für die Feststellung, ob eine eingeschränkte Alltagskompetenz vorliegt, ist das MDK oder MEDICPROOF zuständig. Verfügen Sie über eine gute private Vorsorge, beispielsweise eine Pflege-Rentenversicherung oder eine Versicherung die ein Pflegetagegeld leistet, dann kann für diese Leistungen auch ein Hausarzt beurteilen, ob ein Pflegefall vorliegt. In vielen Fällen ist die Durchsetzung einer Pflegestufe 0 und die damit verbundenen Leistungen oft sehr nervenaufreibend und zeitaufwändig, weshalb eine private Vorsorge diesbezüglich durchaus zu empfehlen ist. Interessante Informationen erhalten Sie auch auf der website des Bundesgesundheitsministeriums.

Voraussetzungen für den Erhalt von Leistungen aus der Pflegestufe 0

Gründe für eine eingeschränkte Alltagskompetenz sind Erkrankungen wie Demenz, psychische Erkrankungen oder auch geistige Behinderungen. Die Pflegestufe 0 kommt immer dann zu tragen, wenn die zeitlichen Hürden, die für eine Pflegestufe I, II oder III notwendig sind, noch nicht erreicht wurde. Diese zeitlichen Hürden beziehen sich auf den Pflegebedarf für die hauswirtschaftliche Versorgung oder für die Grundpflege und liegen bei Pflegestufe 0 unter 45 Minuten. Jedenfalls wird bei einem täglichen Pflegebedarf von einer eingeschränkten oder sogar erheblich eingeschränkten Alltagskompetenz ausgegangen.

Die Leistungen der Pflegestufe 0

Die Pflegestufe 0 bietet eine Pflegeleistung auf verschiedenen Ebenen. Bei dem Pflegegeld handelt es sich um eine Barleistung, die sicher stellen soll, dass Sie sämtliche Kosten für die Grundpflege und die hauswirtschaftliche Versorgung tragen können. Die Höhe des Pflegegeldes hängt auch davon ob, ob Angehörige für die Betreuung zur Verfügung stehen. Ist dies nicht der Fall, wird ein erhöhtes Pflegegeld aus den Leistungen der Pflegestufe 0 gewährt. Auch Pflegesachleistungen werden durch die Pflegestufe 0 abgegolten. In diesem Fall werden Pflegezeiten statt Barleistungen geboten, damit eine ambulante oder stationäre Pflegeleistung gewährleistet wird. Das Betreuungsgeld wird jenen Menschen zugesprochen, bei denen eine erhebliche Einschränkung der Alltagskompetenz festgestellt wurde. Dies kann bei Demenzkranken beispielsweise dann der Fall sein, wenn sie zum einen aggressiv auf ihre Umwelt reagieren und gleichzeitig ihren Tagesablauf nicht mehr selbstständig planen können. Die Höhe des Betreuungsgeldes, das zusätzlich zu anderen Leistungen zugesprochen werden kann, richtet sich nach der Höhe des Betreuungsbedarfes. Dabei kann es sich neben der Grundpflege und der hauswirtschaftlichen Versorgung auch um den Bedarf handeln, dass beispielsweise gezieltes Spazierengehen oder Vorlesen für die Betreuung erforderlich sind. Oft wird dieses Betreuungsgeld aber nicht direkt an den Leistungsberechtigten ausgezahlt, sondern mit dem Pflegeanbieter abgerechnet. In manchen Fällen erfolgt eine Verrechnung über die pflegebedürftige Person, die dann die Leistungen von der Versicherung zurückfordern muss.

Zusätzliche Leistungen bei eingeschränkter Alltagskompetenz

Wer anspruchsberechtigt für die Pflegestufe 0 ist, kann zusätzlich bis zu 1.550 EUR pro Jahr für eine Ersatzpflege beantragen. Denn die Hauptpflegeperson kann während des Jahres ausfallen, sodass Ersatz hierfür benötigt wird und bezahlt werden muss. Auch für den barrierefreien Umbau der Wohnung, wenn dieser erforderlich ist, bezahlt die Pflegekasse einen Zuschuss. Es lohnt sich, sich im Fall einer eingeschränkten Alltagskompetenz bei der Krankenkasse und beim Sozialamt über weitere Leistungen zu informieren. Denn alle anderen notwendigen Aufwände müssen sonst selbst bezahlt werden.

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